Eindrücke von der Seelenbinder-Ehrung 2026

Begrüßung durch Georg (Text)

Rede von Ahmed Abed

Rede von Brigitte (Text)

AzudemSK rappt
Info-Stände
Transparent des AK Frieden

Friedenstauben basteln mit Marco

Ehrung am Grab


Einladungsflugblatt

Rede von Georg

Rede von Brigitte

Berliner Jüdinnen und Juden für eine soziale und sichere Stadt

Rund 150 in Berlin lebende Jüdinnen und Juden, darunter die Schriftstellerinnen Eva Menasse, Irene Dische, Deborah Feldman und Esther Dischereit, Musikerin Merrill Nisker alias Peaches und die Philosophin Susan Neiman, haben am Donnerstag, den 24. September 2026, einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie Anschuldigungen gegen die Partei Die Linke wegen Antisemitismus als politische Instrumentalisierung zurückweisen und eine Linke-Grüne­-SPD-Koalition unterstützen:


Offener Brief: Berliner Jüdinnen und Juden für eine soziale und sichere Stadt

Berlin, den Tag nach der Wahl

Wir sind Berliner Jüdinnen und Juden und kommen aus unterschiedlichen Milieus; wir beten in unterschiedlichen Synagogen oder gar nicht; wir wählen unterschiedliche Parteien – und wir schreiben diesen Brief, weil wir in den vergangenen Wochen immer wieder dieselbe Behauptung gehört haben: Die Linke sei gefährlich für Juden, eine Koalition unter ihrer Beteiligung ein Sicherheitsrisiko für unsere Gemeinden. Wir widersprechen dieser Darstellung – nicht, weil wir die Sorgen kleinreden, sondern weil wir sie ernster nehmen, als es plakative Warnungen tun.

In einer Zeit, in der eine teilweise offen faschistische Partei quer durch Deutschland auf dem Weg zur Macht ist, entziehen sich die großen Publikumsmedien und (wichtige) Teile unserer eigenen jüdischen Gemeinschaft ihrer Verantwortung, wenn sie weiterhin so tun, als würde die Linke die größte Gefahr für jüdische Sicherheit darstellen. Wie alle Arten von Ressentiment und Vorurteil tritt auch der Antisemitismus in vielen verschiedenen Teilen der Gesellschaft auf. Und genau wie die anderen Formen von Gruppenhass wird er dort am gefährlichsten, wo er mit rechtsextremer Ideologie und mit den antidemokratischen Tendenzen und Konflikten zusammenfällt, die sich manchmal auch gewaltsam auf unseren Straßen Bahn brechen. Dass gerade die Linken ständig des Antisemitismus beschuldigt werden, ist nicht nur eine zynische politische Instrumentalisierung, sondern setzt beinahe jede Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus gleich. Diese Flut an Anschuldigungen zielt darauf ab, andere Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen. Vor dem Hintergrund des überall anschwellenden Antisemitismus ist es nicht einfach eine neutrale Beobachtung, eine demokratische linke Partei herauszugreifen, sondern ein politisches Instrument, um Aufmerksamkeit ab- und umzulenken.

Uns beschäftigt etwas anderes mindestens genauso: Wie werden wir – und alle Berlinerinnen und Berliner – in dieser Stadt in den nächsten fünf Jahren leben? Steigende Mieten treffen jüdische Familien genauso wie alle anderen. Prekäre Beschäftigung, überlastete Schulen, ein Gesundheitssystem am Limit, wachsende soziale Spaltung – all das erzeugt genau jene gesellschaftlichen Spannungen, die auch den Judenhass fördern. Wer soziale Missstände ignoriert, überlässt das Feld denen, die immer als erstes nach Sündenböcken suchen. Eine Stadtregierung, die bezahlbaren Wohnraum sichert, öffentliche Daseinsvorsorge stärkt und soziale Ungleichheit spürbar reduziert, tut mehr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und damit auch für unsere Sicherheit! – als bloß eine demokratische Partei auszugrenzen.

Deshalb sagen wir: Die klar bessere Wahl für diese Stadt, auch für uns Juden, ist eine Koalition, die das sozialökonomische Programm ernst nimmt, das jetzt so dringend gebraucht wird. Nicht weil wir alle Positionen in der Linken oder irgendeiner anderen Partei teilen – das tun wir nicht, und wir werden weiter kritisch bleiben, wo es nötig ist. Sondern weil eine rot-rot-grüne Koalition die Kraft hat, die materiellen Ursachen gesellschaftlicher Spannungen anzugehen, während eine Fortsetzung des Status quo oder ein Rechtsruck diese Spannungen nur verschärfen würde.

Wir bitten die künftige Regierende Bürgermeisterin und ihre Koalitionspartner um zweierlei: Nehmen Sie unsere Sicherheit als das, was sie ist – eine rote Linie, keinen zynischen Spielball für Propaganda. Und nehmen Sie unsere sozialen Nöte ebenso ernst wie die aller anderen Berlinerinnen und Berliner. Beides gehört zusammen. Eine Stadt, die gerechter wird, wird zu einer Stadt, in der auch wir sicherer leben.

Berliner Jüdinnen und Juden für eine soziale und sichere Stadt


Erstunterzeichner*innen

Nimrod Adam, Technologist * Udi Aloni, Film maker * Hila Amit, Autorin * Nadav Avruch * David Bakum * Gal Bar Nisan * Raz Bdv * Susanne Beer * Eliana Ben-David * Gilad BenDavid * Vered Berman, Ansprechperson zu Antisemitismus, Alice-Salomon-Hochschule * Dr. Sanders Isaac Bernstein * Michelle Bernstein, Yiddishist / Filmmaker / Writer * Raquel Elena Blum * Jacob Blumenfeld * Assaf Bondy * Julia Bosson, Editor-in-Chief, the Diasporist * Micah Brashear, Lehrer (AdL) * Amos Brison * Dalia Castel * Arun Chaudhary, Former Videographer for Barack Obama * Gal Chen, Analyst * Jordan Coll * Ben Cruchley, Musiker * Irene Dische * Emily Dische-Becker * Esther Dischereit, Schriftstellerin * Guli Dolev-Hashiloni * Tomer Dotan-Dreyfus, Autor, Publizist * Danit Dottan * Nika Dubrovsky, Director of David Graeber Institute * Michael Dunajevsky * Walter Einat * Max Elias * Debby Farber, Curator and researcher * Deborah Feldman, Autorin, Publizistin * Dr. Noa Feldman * Orsolya Ferenczi * Nimrod Flaschenberg, Israelis für Frieden * Ruth Fruchtman, Autorin * Dr. Yael Gaulan * Tom Givol * Dr. Michal Givoni * Harry Glass, Executive Director, Berlin Atonal * Milena Glimbovski, Unternehmerin, Autorin * Maya Gorkin * Scott Grabell, Varietè Artist * Dr. Shany Grossman * Assaf Gruber, Artist and filmmaker * Nia Grünberg * Maya Guttmann * Karen Emma Haber, Schriftstellerin * Michal Halevy * Gali Har-Gil * Camille Hausken-Brates * Iris Hefets, Psychoanalytikerin * Naomi Heimann * Rafael Heimann * Rotem Heyman * Alma Itzhaky, Künstlerin * Hori Izhaki * Sarah Milena Jochwed * Michal Kaiser-Livne, Psychoanalytikerin * Noy Avinoam Katsman * Dr. Jordan D. Klein * Sonja Knüppel * Oded Korach * Omer Krieger, Artist * Na’ama Landau * Josef Laor * Jacob Lefton * Shay Lerner * Avisar Alon Lev * Naomi Levari * Nadine Levin * Dr. Romm Lewkowicz, Research Fellow, Max Planck Institute * Eyal Li * Shelly Lieber * Rapha Linden, Writer * Adi Liraz * Shoshana London Sappir * Dr. Jossef Loss * Avital Lutzky, Educator * Itamar Mann * Naomi Mark * Dr. Asher J. Mattern, Rabbiner * Eva Menasse, Schriftstellerin * Yael Merlini, Lehrerin * Dr. Ben Miller, Historiker, Autor; Vorstand, Schwules Museum * Yonatan Miller, Gewerkschafter * Elya Milner, PhD * Irit Mogilevsky * Laura Moser, Writer * Irit Naaman, Teacher * Etay Naor * Prof. Susan Neiman, Director Emerita, Einstein Forum/Senior Fellow, New York University * Merrill Nisker, Musician * Noki Olchovsky * Eli Osheorff * Shlomo Owen * Jonathan Peaceman, freier Journalist * Noam Perry * Einat Podjarny * Avraham Ramati * Tamar Raphael, Schriftstellerin, Lehrerin * Adam Raz, Historian * Prof. em. Dr. Fanny-Michaela Reisin * Theresia Rexeisen * Emilia Zenzile Roig, Author * Ron Rothschild * Robert Rotifer, Journalist und Musiker * Ryan Ruby, Writer * Gaia Saati * Dror Sadot * Alon Sahar, Founder, Staatsräson Monitor * Ravit Sandler Jaffe * Naftali Sappir * Michael Sappir, Writer * Tali Schaefer * Eran Schaerf, Artist * Feli Schuler, Studentin * Ben Schuman-Stoler, Kollo Media Founder, HEIST Founding Publisher * Charlotte Sebes * Jonathan Shamir * Nil Shani * Mati Shemeolof, Author * Or Shemesh * Milan Shiff * Gil Shohat, Historiker, politischer Bildner * Sonia Simmenauer * Walter Solon, Artist / Filmmaker * Lili Sommerfeld, Musikerin * Nirit Sommerfeld * Jacob Sperber, Public Relations * Shaked Spier * Maya Steinberg, Filmmaker * Adina Stern * Lilli Stern * Maayan Strauss * Eliad Vagner * Dr. Katharina Verleger * Joel Vogel, Artist * Emily Weingarten, Sozialarbeitende * Laura Weiss, Ärztin * Yehudit Yinhar, Artist * Dr. Or Yizhar * Dr. Kim Yuval * Lili Zahavi, Director * Roni Zahavi-Brunner * Roy Zinger, Marketing Specialist

Weitere Unterstützende

Noga Abramovitch * Regine Ahrem, Autorin * Abigail Akavia, PhD * Dr. Adi Angert * Cornelia Antes-Aceves Vivanco * Sabina Astete, Microbiologist * Keren Avrahan * Michal Baror, PhD candidate at HfBk * Mary Beer * Neta Ben Porat, Musician and Social Volunteer * Sivan Ben Yishai * Ina-Tatjana von Berg, Doula & Mütterpflegerin * Uri Berger, Musician * Daniel Bernstein, Translator * Adam Berry, Fotograf/Fernsehproduzent/Journalist * Gerd Brehm * Adam Broomberg * Karin Bukovac * Pery Castiel * Dr. Caleb Ward, Researcher * Yuval Carasso, Künstler * Shira Shani Cohen , Kantorin * Michael Cohen – Weissert * Adva Cotani Lehmann * Dr. Arie Dayan * Dr. Yael Dayan * Cornelia Ditsch, Dipl. Ing * Asaf Dvori * M. Eckert, Pensionär * Alex Gabriel Elsohn, Unternehmer * Emet Ezell, Artist * Amir Firestone, Consultant * Tomer Gardi * William Noah Glucroft, Journalist * Ronald Golz * Esther Hamburger * Dr. Yara Haskiel * Samuel Hatchwell * Inbal Heyne * Abraham Ingber, Historiker * Selin Estroti Ipeker, Graphic Designer * Eytan Ipeker, filmmaker * Eliana Jacobs * Juta Jakobsone * Alex Jarewski * Maya Klar * Dr. Vera Koshkina * Ian Leveson * Dikla Levinger, Sozialarbeiterin & politische Bildnerin * Anastasia Levy * Avital Li * Gemma Mattern * Yael Merlini, Teacher * Yael Michael * Tamar Novick * Hagar Ophir * Ann Oren, Filmmaker * Stef Pinsker, Referentin * Kim Ofira Preis * Udi Raz, PhD student, FU Berlin * Joseph Rebling, Lehrer * Liz Rosenfeld, Artist * Rebecca Rukeyser, Writer * Sagi Schaefer * Miriam Schickler * Dr. Gal Schkolnik, CEO Aut2Aut gUG * Shemi Shabat * Ira Shiran * Tal Siano * Prof. Dr. Marc Siegel * Benjamin Stein, Dramaturg * Amir Ovadia Steklov * Dr. Phil. Avinoam Stillman * Dirk Stock , Rechtsanwalt / Notar a.D. * Eyal Vexler, Cultural Producer * Edgar Weimer * Bard Wildly, Berliner, Künstler * Christiane Wittenbecher * Dan Wyman, Jewish Bookseller * Lily Zlotover

Quellen:

https://www.jungewelt.de/artikel/530500.berliner-j%C3%BCdinnen-und-juden-f%C3%BCr-eine-soziale-und-sichere-stadt.html

https://docs.google.com/document/u/0/d/1S68jVIW24xBefy90cmeRGFcMhCimb22RedGnr7sQYk0



In einem weiteren offenen Brief protestieren am 26. September 2026 jüdische Berliner Antifaschistinnen und Antifaschisten gegen die laufende Kampagne gegen die Partei Die Linke in Berlin:


Wir, jüdische Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kinder derer, die durch den deutschen Nationalsozialismus verfolgt wurden, erheben unsere Stimme gegen die antidemokratische, antisemitische, antiislamische Kampagne der im Berliner Wahlkampf geschlagenen Parteien und der sie fördernden Medien gegen die Partei Die Linke.

Die Nazis haben versucht, alle Jüdinnen und Juden in Deutschland und Europa zu vernichten. Die Familien unserer Vorfahren wurden fast alle ausgelöscht. Unsere Eltern überlebten in Konzentrationslagern, im Exil, als Kämpfer in den alliierten Streitkräften für die Befreiung Deutschlands vom Faschismus. Sie kehrten in das aufgeteilte Deutschland zurück, weil dort wie seit Jahrhunderten Jüdinnen und Juden leben sollten. Das sehen wir durch das Erstarken der AfD und des Antisemitismus gefährdet. Diese Tendenzen werden durch die Kampagne gegen die Berliner Linke gestärkt.

Die Berliner Linke hat über ein Viertel der Wählerstimmen erhalten, indem sie sich dafür einsetzt, das Leben der Berlinerinnen und Berliner konkret zu verbessern. Aus Sorge um ihre Pfründe und um sie unterstützende finanzkräftige Kreise wird unter Instrumentalisierung des Antisemitismus durch AfD, CDU, Teile der SPD und der Grünen ein Angriff auf die Partei Die Linke geführt, um die Bildung einer Stadtregierung unter Führung von Elif Eralp zu verhindern. Rassismus, Antisemitismus, Antiislamismus, Menschenrechtsverletzungen, durch welche Regierung und politische Kraft auch immer, verurteilen wir aufs schärfste. Am Tag der Befreiung, dem 8. Mai 2026, hat Elif Eralp den Fünf-Punkte-Plan »Jüdisches Leben in Berlin stärken und schützen« vorgelegt. Ihr Landesverband setzt sich konsequent mit jenen Parteimitgliedern auseinander, die zwischen israelischer Politik und dem völkerrechtlich erklärten Existenzrecht des Staates Israels nicht klar unterscheiden. Dieser Prozess ist nicht beendet.

Die völlig enthemmte Kampagne gegen die Berliner Partei Die Linke instrumentalisiert auf verlogene Weise Antisemitismus und trägt genau dadurch dazu bei, zutreffende Vorwürfe von Antisemitismus unglaubwürdig zu machen. Dagegen protestieren wir als Antifaschistinnen und Antifaschisten mit jüdischen Wurzeln mit aller Entschiedenheit. (…)


Unterzeichner*innen

Ellen Händler, Judith Dellheim, Irene Zierke, Michael Brie, Michael Fleischhacker, Thomas Friedländer, André Goldstein

Quelle:

https://www.jungewelt.de/artikel/530718.offener-brief-j%C3%BCdischer-antifaschisten-zur-kampagne-gegen-die-berliner-linke.html


Beitragsbild: © Uwe Bitzel, R-mediabase.eu

Flugblatt zur Berlin-Wahl

Der Vorstand der VVN-VdA hat beschlossen, das Flugblatt der VVN-BdA nicht zu verteilen, da darin Russland als „Aggressor“ dargestellt wird, ohne die Vorgeschichte des Konflikts und die Rolle der Nato zu erwähnen. Die VVN-VdA hat wiederholt Veranstaltungen zusammen mit Frieden gewinnen und Ak-Frieden angeboten, (mit von der Schulenburg, mit Rügemer, IMI), um diese Position zu erklären und zu erhärten.

Der Vorstand der VVN-VdA hat daher eigene Flugblätter herausgegeben:

Flugblatt vom: 21.8. * 9.9.

Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Neukölln-Komplex

Als »Neukölln-Komplex« werden die mangelhafte Aufklärung einer rechten Anschlagsserie in Berlin-Neukölln und die zahlreichen damit verbundenen Behördenskandale bezeichnet. Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss (PUA) zum »Neukölln-Komplex« endete nach vier Jahren im Frühsommer 2026.

Am 10. Juni wurde der offizielle Abschlußbericht auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Neben einem gemeinsamen Teil enthält er ein Sondervotum von Grünen und Linken und eines von der AfD.

Mit mehr als 25 000 Unterschriften war der PUA von Betroffenen der Anschlagsserie und zivilgesellschaftlichen Initiativen (darunter die VVN) eingefordert worden. Sie hatten zudem seine insgesamt 49 Sitzungen verfolgt und ihn kritisch mit Kundgebungen, Veranstaltungen und Presseerklärungen begleitet.

Sie haben jetzt eine Broschüre erstellt, in der ihre Sicht und insbesondere eine detaillierte Zusammenstellung ihrer Erkenntnisse, Kritik und Forderungen dargestellt sind.

Eine der regelmäßig begleitenden Kundgebungen vor dem Berliner Abgeordnetenhaus

Zum Download:

Rede der VVN-VdA zum Elbe Day 25.4.2026 in Torgau

Vielen Dank für die Einladung, hier und heute an diesem herrlichen Tag des Antifaschismus und der Völkerfreundschaft sprechen zu dürfen. Ich bin Brigitte Renkl und Mitglied im Vorstand der VVN-VdA Berlin.

Als ich im vergangenen Jahr hier in Torgau war, wurde ich von antideutschen Kräften in der VVN-BdA fotografiert. Ich ging mit der VVN-Fahne – die mit dem roten Winkel der politischen KZ-Gefangenen – an einer Kundgebung der Freien Sachsen vorbei, was beim Rückweg zum Bus nicht zu vermeiden war. Und das Gekläffe ging los: Rechtsoffen, Brandmauer, Hufeisen bis hin zur Gleichsetzung mit Faschisten. Und das mir, die ich über 50 Jahre als Gewerkschafterin, als Kommunistin im antifaschistischen Kampf stehe. Ich habe 10 Jahre durch alle Instanzen des bürgerlichen Gerichts, bis hin zum Verfassungsgericht, darum gekämpft, dass man auch in Bayern sagen darf: Strauß deckt Faschisten!

Und dank der großartigen Solidarität – gewonnen.

Und wie oft war ich in vorderster Reihe gestanden, um den Faschisten den Weg zu versperren. Und hatte dabei das Privileg, mit solchen Widerstandskämpfern verbunden zu sein wie Gertrud Müller, Peter Gingold, Emil Carlebach, Richard Scheringer, Alfred Hausser, Leo Heinemann oder Esther Bejarano …

Was ist die Ursache für dieses Gehabe, das auch vor Rufmord nicht Halt macht? Man muss nicht lange suchen. Das Gespenst geht schon länger um: Die Bundesrepublik Deutschland ist auf der Staatsdoktrin des Antikommunismus aufgebaut. Dazu gehören Bekenntnisse gegen die DDR, für die EU und für die NATO und damit zum Bündnis mit dem US-Imperialismus.

Auf dem Weg zum staatlich anerkannten Duckmäuser muss man diese Stöckchen überspringen, ergänzt inzwischen durch „Völkerrechtswidriger Angriffskrieg Putins“ und „Netanjahu muss Alles dürfen“ – sonst Antisemitismus. Verneigung vor diesen Geßler-Hüten ist Pflicht, sonst: keine Räume, keine Zuschüsse, keine Ämter und Posten, gesellschaftliche Ächtung samt Internet-Pranger bis hin zur Verweigerung eines Bankkontos und zum Berufsverbot. Jetzt endlich dürfen die Parteifreunde von Hans Maria Globke, dem Mit-Verfasser und Kommentator der Nürnberger Rassegesetze, dann unter Adenauer Chef des Bundeskanzleramts, darüber bestimmen, wer „guter“ Jude und was „antisemitisch“ ist,

darüber bestimmen, ob man die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ verbietet. Und darin finden sich die Freunde der „Brandmauer“ gegen die AfD vereint – na mit wem wohl – mit der AfD-Führung: Als es am 7. November 2024 im Bundestag um die „Nibelungentreue“ zur israelischen Netanjahu-Regierung als deutsche „Staatsräson“ ging, gaben CSU, CDU, SPD, Grüne zusammen mit der AfD ihre Ja-Stimme. Die Partei Die Linke enthielt sich. Nun ja!?

Das zeigt auch, in welches Lager die AfD als Partei gehört. Nämlich in das Lager der Netanjahu- und Trump-Freunde, der Militaristen und Kriegstreiber, in das Lager des Abbaus von sozialen und demokratischen Rechten, in das Lager der Milliardäre, in das Lager des deutschen Imperialismus. Freundschaft mit Russland ist für die AfD-Wessis wie Höcke, Weidel, Gauland doch nur Taktik und Demagogie. Wirkliche Freundschaft mit Russland hieße doch:

NATO raus aus den Ländern des ehemaligen Warschauer Vertrags, EU raus aus diesen Ländern, hieße

Schluss mit Aufrüstung und Militarisierung Deutschlands! Freundschaft mit Russland heißt auch Anerkennung der Sowjetunion und ihres heldenhaften Einsatzes bei der Niederschlagung des Hitlerfaschismus und der Befreiung Deutschlands. Darüber müssen wir mit den Kolleginnen und Kollegen in Betrieb und Gewerkschaft, die mit der Wahl der AfD liebäugeln, mit unseren Nachbarn, sprechen und streiten. Statt uns auf eine abstrakte Brandmauer-Debatte einzulassen, ob Bündnisse mit dieser Partei zulässig sind. Wir wissen aus den vergangenen Debatten über Einheits- und Volksfront, dass wir nicht fragen „nach Verband und Partei, seid ihr nur ehrlich im Kampf mit dabei gegen Unrecht und Reaktion“. Diese Partei ist in ihrer Gesamtheit nicht ehrlich auf Volkes Seite, auch wenn sie gelegentlich mal und richtigerweise etwa den Bau von öffentlichen Bedürfnisanstalten fordern sollte. Und den Charakter der AfD als Sammelbecken für Faschismus und Reaktion aufzuzeigen, ist unsere verdammte Pflicht!

Liebe Freunde, Kameraden, Genossinnen und Genossen,

so klein und schwach die organisierte Gegenwehr in unserem Land derzeit noch sein mag, der politische Gegner in Regierung und Kapital erkennt unser Potenzial manchmal besser als wir selbst. Deswegen fahren sie so schweres Geschütz gegen alle auf, die noch links, kommunistisch und ehrlich sozialistisch, die noch fortschrittlich, noch humanistisch sind oder es werden wollen.

Gegen uns, die wir uns der deutschen Aufrüstung und Militarisierung widersetzen und der NATO,

die sich der EU widersetzen als reaktionäres, als imperialistisches Projekt der Aggression gegen Osten, besonders gegen Russland,

sich widersetzen den Milliarden und den Waffen für das Bandera/Asow-Regime in Kiew und die Schlächter in Gaza.

Gegen uns, die wir die VR China nicht als Bedrohung, sondern als Hoffnung sehen.

Gegen uns, die wir in der DDR das andere Deutschland, das bessere verteidigen und in diesem neuen Großkotzdeutschland nicht das Ende der Geschichte sehen.

Gegen uns, die wir uns an der Seite der Völker sehen, die gegen den Imperialismus kämpfen, allen voran in Kuba, in Venezuela, in Palästina, im Iran und nicht zuletzt auch in den USA. Hoch die internationale Solidarität! Venceremos!

Ein Schlaglicht auf den 8. Mai 2026 in Treptow

Der 8. Mai am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow sollte eigentlich im Zeichen der Dankbarkeit gegenüber der Sowjetunion stehen, die mit 27 Millionen Toten den größten Blutzoll bei dem Sieg über den Faschismus geleistet hat.

Aber nein, es finden sich auch an diesem Tag Menschen, die vom politischen Streit nicht lassen können.

Dieses Jahr war bei der traditionellen Gedenkveranstaltung der Berliner VVN-BdA und einem antifaschistischen Gesangsfestival des BdA Treptow am Sowjetischen Ehrenmal auch der Liedermacher „Nümmes“ (ein pensionierter Lehrer) eingeladen. Nach Bob Dylans „Masters of War“ (mit deutschem Text, „Die Herren der Kriege“) sang er ein Lied „Handala“ über einen 1948 in der Nakba* vertriebenen palästinensischen Jungen und klärte dabei auf über den bekanntesten palästinensischen Karikaturisten, der die berühmte Comic-Figur Handala in den 1980er Jahren schuf und der durch den israelischen Mossad in London ermordet wurde. Über das Lied empörten sich israelfreundliche Kräfte aus dem Umkreis des Berliner VVN-BdA-Vorstands. Sie unterbrachen den Sänger mit dem Ziel, dass dieses Lied „Handala“ nicht weiter gesungen werde.

Die Vorsitzende des BdA Treptow sah sich gezwungen, den Sänger zu bitten, das Lied nicht weiter zu singen. „Nümmes“ aber war selbstbewusst genug und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er informierte während der Unterbrechung die Zuhörer, dass er als Lehrer seine Schüler zeitlebens zum Frieden erzogen habe, dass er gerne später mit allen Interessierten über seine Liedtexte diskutieren werde und dass er kein Problem habe, sich von der Hamas zu distanzieren, aber er ließe nicht zu, dass dieses Lied als antisemitisch bezeichnet werde, und sang das Lied weiter. Die Treptower Vorsitzende entschuldigte sich später bei dem Liedermacher für ihre Unterbrechung des Liedes.

*Nakba heißt die Vertreibung der palästinensischen Bewohner*innen im späteren Kerngebiet des 1948 gegründeten Staates Israel.

Hier der Liedtext:


In diesem Zusammenhang weisen wir auch auf den am 14.5.26 bundesweit gestarteten Kinofilm „Palästina 36“ hin, der unter anderem den arabisch-palästinensischen Aufstand 1936 im damaligen Mandatsgebiet Palästina zum Inhalt hat.

VdA-Vorstand zur Kampagne „Kufiyah in Buchenwald“

Aufgrund der eindringlichen Bitte und Aufforderung der Kameradin Ellen Händler auf der Landesdelegiertenkonferenz der Berliner VVN-BdA ziehen wir unsere Unterschrift unter den Aufruf „Kufiyah in Buchenwald“ zurück.

Wir halten an der berechtigten Forderung fest, dass das Tragen einer Kufiyah auch in KZ-Gedenkstätten erlaubt sein muss. Eine weitere Eskalation aber – auch gegenüber der Lagergemeinschaft – lenkt von den wirklichen Aufgaben der AntifaschistInnen ab, nicht zuletzt auch in der Solidarität mit dem palästinensischen Volk.

Wir greifen den Vorschlag der Kameradin Händler auf, unsere Anliegen vor dem Bundeskanzleramt und vor einschlägigen Ministerien zu vertreten, die sich bei der Netanyahu-Regierung mit Waffenlieferungen für die „Drecksarbeit“ bedanken. 1

Vorstand der VVN-VdA Berlin, 23.3.2026


1 Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) macht am Rande des G7-Gipfels deutlich, dass Israel aus seiner Sicht derzeit „die Drecksarbeit“ für den ganzen Westen mache. Im Interview mit ZDFheute live sagt er über die Eskalation im Nahen Osten und Israels Vorgehen:

„Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle.“ https://www.zdfheute.de/politik/g7-gipfel-merz-100.html

Erklärung des Vorstands der VVN-VdA

Eine Teilnahme mit Fahnen der VVN-BdA an der Demonstration in Leipzig am 17.01.2026 wird KameradInnen der VVN zum Vorwurf gemacht.

Wir, der Vorstand der VVN-VdA (ehemals Westberlin) danken den KameradIinnen ausdrücklich für ihre Teilnahme an dieser Aktion zur pro-palästinensischen Solidarität.

Propalästinensische Solidarität ist von Seiten des deutschen Staates zunehmend diskriminiert. Zunehmend will der Apparat des Nachfolgestaats des 3. Reiches wieder bestimmen, wer ein „guter“ Jude und was Antisemitismus ist. Die Verbotsandrohung gegen die „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ spricht Bände. Deutsche Staatsräson steht in gewohnter Nibelungentreue hinter dem Unrecht, der Zerstörung und dem Morden, wie sie derzeit von der Netanjahu-Regierung mit Unterstützung der Imperialisten aus USA, UK, Frankreich, Italien und eben auch der BRD betrieben werden.

Die Demonstration in Leipzig-Connewitz hat sich gegen die Solidarisierung mit der Netanjahu – Regierung und den in ihr vertretenen Faschisten und Chauvinisten gerichtet und auch gegen das gewalttätige Vorgehen gegen propalästinensische Migranten. Eine solche Solidarisierung mit der Netanjahu-Regierung und diesem Vorgehen gegen Migranten ist eine Schande und auch eine Verneigung vor den nach Militarisierung, Aufrüstung, Expansion strebenden Kräften hierzulande. Und es ist auch Förderung des von den Faschisten geschürten Rassismus und Fremdenhasses. Wir erinnern an die bis zu ihrem Tod Ehrenvorsitzenden der VVN-BdA Esther Bejarano und Kurt Goldstein, die entschiedene Antifaschisten und Antizionisten waren. Wir erinnern an die von ihnen mitinitiierte „Berliner Erklärung Schalom 5767“:

„Das Grundübel ist die seit 1967 andauernde israelische Besetzung palästinensischen Gebiets. Die Besetzung bedeutet Entwürdigung und Entrechtung der Palästinenser. Sie lähmt ihr wirtschaftliches, politisches und soziales Leben. Darüber hinaus verhindert dieses täglich neu erlebte Unrecht einen friedlichen Ausgleich des alten Unrechts, das den Palästinensern mit der Vertreibung von 1948 angetan wurde. All dies treibt die Spirale der Gewalt an. Es ist an der Zeit, diese Spirale zu durchbrechen und einer dauerhaften Friedenslösung den Weg zu bereiten, die

– dem palästinensischen Volk ein selbstbestimmtes Leben in Würde ermöglicht,

– beiden Nationen die Existenz in international anerkannten Grenzen sichert,

– die gesamte Region befriedet und dadurch die ganze Erde friedlicher und sicherer werden lässt.“

Berlin, 20.2.2026

Vorstand der VVN-VdA


  • Berliner Erklärung „Schalom 5767“ im Wortlaut:
    Blätter für deutsche und internationale Politik 2/2007, S.250-252
  • Das dort in der Einleitung erwähnte Manifest der 25

Protest gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Jacques Baud

Mit ihrem jüngsten Sanktionspaket hat die EU den Militärhistoriker und ehemaligen Oberst der Schweizer Armee und des Schweizer Strategischen Nachrichtendienstes sowie Mitglied des Schweizer Generalstabs Jacques Baud mit Sanktionen belegt. Jacques Baud ist Schweizer Staatsbürger und lebt in Brüssel. Er darf Belgien nicht mehr verlassen, sein Vermögen wurde beschlagnahmt, seine Konten sind eingefroren, seine Bücher dürfen nicht mehr verkauft werden.

Jacques Baud hat unter anderem für die NATO und die Vereinten Nationen gearbeitet. Er ist ein untadeliger Wissenschaftler und ein Ehrenmann. Seine Bücher erfüllen die höchsten Maßstäbe der fachlichen historischen Analyse. Er arbeitet strikt neutral nach dem Grundsatz: Beide Seiten müssen gehört werden.

Es ist kein Verbrechen, die wahren Gründe des Ukraine-Krieges zu nennen. Es ist kein Verbrechen, die Leser auf Unwahrheiten und die eigene Propaganda der EU und der NATO aufmerksam zu machen. Es ist kein Verbrechen, auf die gedankenlose Kooperation des Westens mit ukrainischen Kräften hinzuweisen, die eine gefährliche Nähe zu Faschisten aufweisen.

Der Ministerrat der EU zerstört mit willkürlichen Strafmaßnahmen gegen Jacques Baud und insgesamt gegen 59 Journalisten und Wissenschaftler die Grundlagen der Meinungsfreiheit.

Diese Sanktionen sind illegal und völkerrechtswidrig, denn sie wurden nicht durch den UN-Sicherheitsrat verhängt. Das Gutachten der ehemaligen Richterin am Europäischen Gerichtshof Prof. Dr. Ninon Colneric und der Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Alina Miron von der Universität Angers zeigt, dass die zugrundeliegenden Rechtsakte auch gegen EU-Recht verstoßen. Die EU nutzt die Sanktionsliste als Instrument, Kritiker mundtot zu machen, und manövriert sich immer tiefer in einen Abgrund der Gesetzlosigkeit.

Wir rufen das Europäische Parlament, die Parlamentarische Versammlung des Europarates, den Deutschen Bundestag, die deutschen Landes- und Kommunalparlamente, das gesamte deutsche Volk und die Menschen in allen Ländern der Europäischen Union auf, den Zerstörern der Demokratie und den Kriegstreibern jetzt mit aller Macht entgegenzutreten.

Die Präambel des Grundgesetzes verpflichtet Deutschland, dem Frieden zu dienen. Das Grundgesetz legt in Artikel 5 fest: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Die Handlungen von EU-Kommission und EU-Rat stehen im Widerspruch zu unserem Grundgesetz. Wir fordern die Bundesregierung auf, gemäß ihrem Amtseid auf diesen ungesetzlichen Vorgang hinzuweisen.

Wir fordern die sofortige Aufhebung der illegalen Sanktionen gegen Jacques Baud sowie gegen alle Journalisten, Wissenschaftler und EU-Bürger.

Wir fordern Bundesregierung und EU auf, konstruktiv am Frieden in der Ukraine mitzuwirken und alle verfassungswidrigen Versuche einzustellen, den Krieg zu verlängern.


Unterschriftensammlungen:

Erklärung des AK Frieden: Pdf


Ähnliche Sanktionen hat die EU gegen den Journalisten Hüseyin Doğru verhängt, siehe z.B. https://www.nachdenkseiten.de/?p=135478.


Kontokündigungen erfolgten Ende 2025 u.a. gegen die DKP, die Rote Hilfe, das Anarchist Black Cross Dresden und Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung, im Februar 2026 auch gegen verschiedene Gliederungen der VVN-BdA.


Solidarität mit Ahmed Abed

Presseerklärung der VVN-VdA, 31.10.2025

Der Vorsitzende der Neuköllner CDU zeigte den Vorsitzenden der Neuköllner Linksfraktion, Ahmed Abed, wegen Volksverhetzung an, weil Ahmed Abed Israel Völkermord vorwirft und damit das Völkerrecht verteidigt. Diese CDU-Politiker wollen nicht zur Kenntnis nehmen, dass erst vor wenigen Wochen, Mitte September diesen Jahres, eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen erklärte, dass Israel in Gaza Völkermord begeht, und schon Anfang 2024 dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag das plausibel erschien. Mit ihrer Anzeige zeigt die CDU ihre Gleichgültigkeit gegenüber diesen Vorwürfen. Für uns, die VVN-VdA, die älteste antifaschistische Organisation in Berlin, ist die Lehre aus der Geschichte: „Nie wieder Völkermord.“ Das ist das Vermächtnis derjenigen, die der Hitlerfaschismus verfolgte und die gegen ihn gekämpft haben. Wir sind solidarisch mit Ahmed Abed.

VVN-VdA e.V.


Hintergrund: