Gedenkveranstaltung am 9. Mai am Standort des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers in der Onkel-Bräsig-Straße 2, 12359 Berlin-Neukölln.
Hufeisern gegen Rechts feiert den Tag der Befreiung.
Wir waren vor Ort.
Hier Vorstandsmitglied Rüdiger Deißler.
https://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4078_2b-scaled.jpeg17092560jnkhttps://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2025/08/0487x0631_1_Bunt_VVN-VdA-232x300-1.pngjnk2026-05-20 12:06:222026-05-20 12:08:59Gedenken am 9. Mai beim Zwangsarbeiterlager Britz
Vielen Dank für die Einladung, hier und heute an diesem herrlichen Tag des Antifaschismus und der Völkerfreundschaft sprechen zu dürfen. Ich bin Brigitte Renkl und Mitglied im Vorstand der VVN-VdA Berlin.
Als ich im vergangenen Jahr hier in Torgau war, wurde ich von antideutschen Kräften in der VVN-BdA fotografiert. Ich ging mit der VVN-Fahne – die mit dem roten Winkel der politischen KZ-Gefangenen – an einer Kundgebung der Freien Sachsen vorbei, was beim Rückweg zum Bus nicht zu vermeiden war. Und das Gekläffe ging los: Rechtsoffen, Brandmauer, Hufeisen bis hin zur Gleichsetzung mit Faschisten. Und das mir, die ich über 50 Jahre als Gewerkschafterin, als Kommunistin im antifaschistischen Kampf stehe. Ich habe 10 Jahre durch alle Instanzen des bürgerlichen Gerichts, bis hin zum Verfassungsgericht, darum gekämpft, dass man auch in Bayern sagen darf: Strauß deckt Faschisten!
Und dank der großartigen Solidarität – gewonnen.
Und wie oft war ich in vorderster Reihe gestanden, um den Faschisten den Weg zu versperren. Und hatte dabei das Privileg, mit solchen Widerstandskämpfern verbunden zu sein wie Gertrud Müller, Peter Gingold, Emil Carlebach, Richard Scheringer, Alfred Hausser, Leo Heinemann oder Esther Bejarano …
Was ist die Ursache für dieses Gehabe, das auch vor Rufmord nicht Halt macht? Man muss nicht lange suchen. Das Gespenst geht schon länger um: Die Bundesrepublik Deutschland ist auf der Staatsdoktrin des Antikommunismus aufgebaut. Dazu gehören Bekenntnisse gegen die DDR, für die EU und für die NATO und damit zum Bündnis mit dem US-Imperialismus.
Auf dem Weg zum staatlich anerkannten Duckmäuser muss man diese Stöckchen überspringen, ergänzt inzwischen durch „Völkerrechtswidriger Angriffskrieg Putins“ und „Netanjahu muss Alles dürfen“ – sonst Antisemitismus. Verneigung vor diesen Geßler-Hüten ist Pflicht, sonst: keine Räume, keine Zuschüsse, keine Ämter und Posten, gesellschaftliche Ächtung samt Internet-Pranger bis hin zur Verweigerung eines Bankkontos und zum Berufsverbot. Jetzt endlich dürfen die Parteifreunde von Hans Maria Globke, dem Mit-Verfasser und Kommentator der Nürnberger Rassegesetze, dann unter Adenauer Chef des Bundeskanzleramts, darüber bestimmen, wer „guter“ Jude und was „antisemitisch“ ist,
darüber bestimmen, ob man die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ verbietet. Und darin finden sich die Freunde der „Brandmauer“ gegen die AfD vereint – na mit wem wohl – mit der AfD-Führung: Als es am 7. November 2024 im Bundestag um die „Nibelungentreue“ zur israelischen Netanjahu-Regierung als deutsche „Staatsräson“ ging, gaben CSU, CDU, SPD, Grüne zusammen mit der AfD ihre Ja-Stimme. Die Partei Die Linke enthielt sich. Nun ja!?
Das zeigt auch, in welches Lager die AfD als Partei gehört. Nämlich in das Lager der Netanjahu- und Trump-Freunde, der Militaristen und Kriegstreiber, in das Lager des Abbaus von sozialen und demokratischen Rechten, in das Lager der Milliardäre, in das Lager des deutschen Imperialismus. Freundschaft mit Russland ist für die AfD-Wessis wie Höcke, Weidel, Gauland doch nur Taktik und Demagogie. Wirkliche Freundschaft mit Russland hieße doch:
NATO raus aus den Ländern des ehemaligen Warschauer Vertrags, EU raus aus diesen Ländern, hieße
Schluss mit Aufrüstung und Militarisierung Deutschlands! Freundschaft mit Russland heißt auch Anerkennung der Sowjetunion und ihres heldenhaften Einsatzes bei der Niederschlagung des Hitlerfaschismus und der Befreiung Deutschlands. Darüber müssen wir mit den Kolleginnen und Kollegen in Betrieb und Gewerkschaft, die mit der Wahl der AfD liebäugeln, mit unseren Nachbarn, sprechen und streiten. Statt uns auf eine abstrakte Brandmauer-Debatte einzulassen, ob Bündnisse mit dieser Partei zulässig sind. Wir wissen aus den vergangenen Debatten über Einheits- und Volksfront, dass wir nicht fragen „nach Verband und Partei, seid ihr nur ehrlich im Kampf mit dabei gegen Unrecht und Reaktion“. Diese Partei ist in ihrer Gesamtheit nicht ehrlichauf Volkes Seite, auch wenn sie gelegentlich mal und richtigerweise etwa den Bau von öffentlichen Bedürfnisanstalten fordern sollte. Und den Charakter der AfD als Sammelbecken für Faschismus und Reaktion aufzuzeigen, ist unsere verdammte Pflicht!
Liebe Freunde, Kameraden, Genossinnen und Genossen,
so klein und schwach die organisierte Gegenwehr in unserem Land derzeit noch sein mag, der politische Gegner in Regierung und Kapital erkennt unser Potenzial manchmal besser als wir selbst. Deswegen fahren sie so schweres Geschütz gegen alle auf, die noch links, kommunistisch und ehrlich sozialistisch, die noch fortschrittlich, noch humanistisch sind oder es werden wollen.
Gegen uns, die wir uns der deutschen Aufrüstung und Militarisierung widersetzen und der NATO,
die sich der EU widersetzen als reaktionäres, als imperialistisches Projekt der Aggression gegen Osten, besonders gegen Russland,
sich widersetzen den Milliarden und den Waffen für das Bandera/Asow-Regime in Kiew und die Schlächter in Gaza.
Gegen uns, die wir die VR China nicht als Bedrohung, sondern als Hoffnung sehen.
Gegen uns, die wir in der DDR das andere Deutschland, das bessere verteidigen und in diesem neuen Großkotzdeutschland nicht das Ende der Geschichte sehen.
Gegen uns, die wir uns an der Seite der Völker sehen, die gegen den Imperialismus kämpfen, allen voran in Kuba, in Venezuela, in Palästina, im Iran und nicht zuletzt auch in den USA. Hoch die internationale Solidarität! Venceremos!
https://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2026/05/DSCF1686b.jpg9491855jnkhttps://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2025/08/0487x0631_1_Bunt_VVN-VdA-232x300-1.pngjnk2026-05-18 11:21:082026-05-26 00:22:10Rede der VVN-VdA zum Elbe Day 25.4.2026 in Torgau
Am 16.5.2026 fand u.a. in Berlin eine Demonstration statt zur Erinnerung an die Nakba 1948, die Vertreibung der Palästinenser durch israelische Terrormilizen wie Haganah und Palmach. Zu sehen ist eine kleine Gruppe aus VVN-Mitgliedern und Mitglieder der italienischen Partnerorganisation ANPI Berlin-Brandenburgo, beide Gruppen mit Organisationsfahne.
https://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2026/05/photo_2_2026-05-17_15-24-42b.jpg827576jnkhttps://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2025/08/0487x0631_1_Bunt_VVN-VdA-232x300-1.pngjnk2026-05-18 00:21:252026-05-18 00:30:40Nakba-Demo Berlin 16.5.2026
Redebeitrag der VVN-VdA Berlin zum 8. Mai 2026 – 81. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus – am Sowjetischen Ehrenmal in Tiergarten
Vielen Dank für die Einladung, hier sprechen zu dürfen.
Der heutige Tag, der 8. Mai, muss nach jedem menschlichen und historischen Ermessen im Zeichen der Freude und Dankbarkeit gegenüber den Befreiern stehen. Allen voran gilt unser Dank der Sowjetunion, die mit 27 Millionen Toten den größten Blutzoll geleistet hat. Dank der Roten Armee, Dank und Ehre den gefallenen Sowjetsoldaten, die auch Berlin befreit haben.
Die VVN wurde 1947 als überparteilicher und überkonfessioneller Verband gegründet aus der noch frischen Erfahrung, dass Faschismus und Weltkrieg möglich wurden, weil die deutsche Arbeiterbewegung und die DemokratInnen sich spalten ließen.
Wir als VVN sind dem Schwur von Buchenwald verpflichtet: “Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.” Daraus ergibt sich unser Engagement gegen Faschismus, Militarisierung und Krieg, gerade auch heute.
Der genannte Schwur ist nur im Osten Deutschlands – mit der Sowjetarmee – umgesetzt worden, indem die Enteignung von Kriegsverbrechern und von Banken und Firmen, die am Krieg verdient hatten, durchgesetzt wurde. Das entsprach den Bestimmungen des Potsdamer Abkommens. Aber wie auch heute haben die westlichen Alliierten das Völkerrecht auch damals schon nur dann umgesetzt, wenn es für ihre Interessen von Nutzen war. Mit der gesellschaftlichen Rückwende 1989/90 wurden in ganz Osteuropa die Machtverhältnisse zugunsten der reaktionären Kräfte verschoben, mit der Osterweiterung der NATO und dem wirtschaftsimperialistischen Bestrebungen der EU.
Seit einigen Jahren erleben wir, dass die Interessen des Kapitals immer mehr mit Krieg und Gewalt durchgesetzt werden.
Der deutsche Militarismus erlebt eine Hochkonjunktur, befördert durch die Politik der Regierungsparteien der letzten Jahrzehnte. Diese geht einher mit massivem Sozialabbau und der Entstehung einer neuen rechtsextremen Kraft, der AfD. Dieser Politik gilt unser Widerstand. Eine ausschließliche Konzentration auf die AfD ist dabei nicht ausreichend und wird nicht dazu führen, die gesellschaftlichen Verhältnisse umfassend zu verändern und zu der im Schwur von Buchenwald genannten neuen Welt des Friedens und der Freiheit zu führen.
NATO raus aus den Ländern des ehemaligen Warschauer Vertrags, EU raus aus diesen Ländern, heißt auch Schluss mit der Aufrüstung und Militarisierung Deutschlands! Stop dem Sozialabbau!
Als Begleitmusik zu dem Ganzen wird die Umwidmung oder Beseitigung der sowjetischen Ehrenmale in der BRD betrieben. Solches Handeln widerspricht ebenfalls den entsprechenden Bestimmungen im 2+4-Vertrag. Schaffen wir öffentlichen Druck dagegen, um dem Geschichtsrevisionismus ein Ende zu setzen! Das gebietet das Andenken an die, die uns vom Faschismus befreit haben.
Wir als VVN-VdA stehen heute gegen die deutsche Beteiligung am Krieg in der Ukraine und in Israel / Palästina, keine Waffen für Kiew und die Kriegsverbrechen in Gaza, gegen die massive deutsche Aufrüstung; wir stehen dafür, den Frieden zu gewinnen, nicht den Krieg — für Frieden mit Russland und China, gegen die Vernichtung von Gaza und seiner Bevölkerung, gegen den Abbau des Völkerrechts und seinen Ersatz durch das Recht des Stärkeren. In diesem Sinn richten wir von hier auch einen Gruß voller Solidarität an das bedrohte Cuba. Hoch die internationale Solidarität! Frieden und Freundschaft mit Russland heißt auch Anerkennung der Sowjetunion und ihres heldenhaften Einsatzes bei der Niederschlagung des Hitlerfaschismus und der Befreiung Deutschlands.
Und wir stehen heute ebenso gegen Rassismus, gegen anti-migrantische Hetze, gegen die AfD als Speerspitze einer Wende zum Faschismus — für Völkerverständigung und Demokratie.
Wir begeben uns jedenfalls nicht auf den Weg zum staatlich anerkannten Duckmäuser. Wir springen nicht über diese Stöckchen, die da heißen „Aggressor Putin“ und „Die Kriegsgefahr geht von Russland aus“ sowie „Netanjahu muss alles dürfen – sonst ist es Antisemitismus“. Verneigung vor diesen Geßler-Hüten ist heute ja geradezu schon Pflicht, sonst: keine Räume, keine Zuschüsse, keine Ämter und Posten, gesellschaftliche Ächtung samt Internet-Pranger bis hin zur Verweigerung eines Bankkontos und zum Berufsverbot. Jetzt bestimmen die Parteifreunde von Hans Maria Globke, dem Mit-Verfasser und Kommentator der Nürnberger Rassegesetze, dann unter Adenauer Chef des Bundeskanzleramts, darüber, wer „guter“ Jude und was „antisemitisch“ ist, bestimmen darüber, ob man die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ verbietet. Und die Deutsche Bank, heute Eigentümer der Postbank, unter der Führung von Josef Abs Groß- und Hauptfinancier des Mordens der Faschisten, bestimmt, wer ein Konto haben darf und wer ihnen politisch nicht genehm ist. Nur so nebenbei: wen wundert es, Josef Abs war nach dem Krieg bald wieder in Amt und Würden bei der Deutschen Bank.
Liebe Freunde, Kameraden, Genossinnen und Genossen, so klein und schwach die organisierte Gegenwehr in unserem Land derzeit noch sein mag, der politische Gegner in Regierung und Kapital erkennt unser Potenzial offensichtlich besser als wir selbst. Deswegen fahren sie so schweres Geschütz gegen alle auf, die noch links, kommunistisch und ehrlich sozialistisch, die noch fortschrittlich, noch humanistisch sind oder es werden wollen.
Also haben wir Mut zu kämpfen! In diesem Sinn: Wir werden siegen!!
https://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_4495_8.Mai_2026_Sowjetisches_Ehrenmal_Berlin-Tiergarten_friko-berlin_Kundgebung_.jpg6831024jnkhttps://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2025/08/0487x0631_1_Bunt_VVN-VdA-232x300-1.pngjnk2026-05-13 19:30:322026-05-20 12:08:14Redebeitrag der VVN-VdA zum 8. Mai 2026
Der 8. Mai am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow sollte eigentlich im Zeichen der Dankbarkeit gegenüber der Sowjetunion stehen, die mit 27 Millionen Toten den größten Blutzoll bei dem Sieg über den Faschismus geleistet hat.
Aber nein, es finden sich auch an diesem Tag Menschen, die vom politischen Streit nicht lassen können.
Dieses Jahr war bei der traditionellen Gedenkveranstaltung der Berliner VVN-BdA und einem antifaschistischen Gesangsfestival des BdA Treptow am Sowjetischen Ehrenmal auch der Liedermacher „Nümmes“ (ein pensionierter Lehrer) eingeladen. Nach Bob Dylans „Masters of War“ (mit deutschem Text, „Die Herren der Kriege“) sang er ein Lied „Handala“ über einen 1948 in der Nakba* vertriebenen palästinensischen Jungen und klärte dabei auf über den bekanntesten palästinensischen Karikaturisten, der die berühmte Comic-Figur Handala in den 1980er Jahren schuf und der durch den israelischen Mossad in London ermordet wurde. Über das Lied empörten sich israelfreundliche Kräfte aus dem Umkreis des Berliner VVN-BdA-Vorstands. Sie unterbrachen den Sänger mit dem Ziel, dass dieses Lied „Handala“ nicht weiter gesungen werde.
Die Vorsitzende des BdA Treptow sah sich gezwungen, den Sänger zu bitten, das Lied nicht weiter zu singen. „Nümmes“ aber war selbstbewusst genug und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er informierte während der Unterbrechung die Zuhörer, dass er als Lehrer seine Schüler zeitlebens zum Frieden erzogen habe, dass er gerne später mit allen Interessierten über seine Liedtexte diskutieren werde und dass er kein Problem habe, sich von der Hamas zu distanzieren, aber er ließe nicht zu, dass dieses Lied als antisemitisch bezeichnet werde, und sang das Lied weiter. Die Treptower Vorsitzende entschuldigte sich später bei dem Liedermacher für ihre Unterbrechung des Liedes.
*Nakba heißt die Vertreibung der palästinensischen Bewohner*innen im späterenKerngebiet des 1948 gegründeten Staates Israel.
Hier der Liedtext:
In diesem Zusammenhang weisen wir auch auf den am 14.5.26 bundesweit gestarteten Kinofilm „Palästina 36“ hin, der unter anderem den arabisch-palästinensischen Aufstand 1936 im damaligen Mandatsgebiet Palästina zum Inhalt hat.
https://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2026/05/WhatsApp-Image-2026-05-08-at-21.35.57.jpeg1052720jnkhttps://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2025/08/0487x0631_1_Bunt_VVN-VdA-232x300-1.pngjnk2026-05-12 20:27:402026-05-18 00:08:40Ein Schlaglicht auf den 8. Mai 2026 in Treptow
Stellungnahme des AK Frieden der Berliner VVN- BdA e.V. zum 8. Mai 2026 – 81. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus
Der Schwur von Buchenwald:
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
ist nur im östlichen Teil Deutschlands (der sowjetischen Besatzungszone) umgesetzt worden, in dem die Enteignung von Kriegsverbrechern und am Krieg verdienenden Firmen durchgesetzt wurde. Das entsprach dem Potsdamer Abkommen. Schon damals haben die westlichen Alliierten das Völkerrecht nur dann umgesetzt, wenn es ihren Interessen entsprach. Mit der gesellschaftlichen Umwälzung 1989/90 wurden in ganz Osteuropa die Machtverhältnisse zugunsten der reaktionären, revanchistischen, imperialistischen Kräfte verschoben.
Seit einigen Jahren erleben wir, dass die Interessen des Kapitals immer mehr mit Krieg und Gewalt durchgesetzt werden.
Der deutsche Militarismus erlebt eine Konjunktur, befördert durch die Politik der Regierungsparteien der letzten Jahrzehnte. Diese geht einher mit massivem Sozialabbau und der Entstehung einer neuen rechtsextremen Kraft, die AfD. Dieser Politik gilt unser Widerstand. Eine einseitige Konzentration auf die AfD ist nicht ausreichend und wird nicht dazu führen, die gesellschaftlichen Verhältnisse umfassend zu ändern. Dieses Ziel darf nie aus den Augen verloren werden.
Am 26. März 2026 fand im Kapitulations-Museum Berlin-Karlshorst unter dem Titel „Fremdes Gedenken – eigene Verantwortung? Sowjetische Ehrenmale und deutsche Erinnerungskultur“ eine Tagung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, des Museums Berlin-Karlshorst und des Ukrainischen Instituts in Deutschland statt.
Auf nachträgliche Anfrage zu Materialien antwortete das Museum Karlshorst:
„Die Veranstaltung … war als ein Colloquium, d.h. ein Gespräch angelegt. Es gab deshalb keine Manuskripte oder veröffentlichungsfähigen Texte. Eine Veröffentlichung von Texten ist auch nicht vorgesehen. Es gab ein paar Bild-Präsentationen, die ohne das gesprochene Wort nicht aussagefähig sind und deshalb nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben werden.“
Nicht an die Öffentlichkeit sollte kommen, dass es um die Umwidmung oder Beseitigung der sowjetischen Ehrenmale in der BRD ging. Eine Beseitigung der vielen Gedenkorte entspräche zwar dem Zeitgeist und der Russophobie, widerspricht aber den entsprechenden Festlegungen im 2+4-Vertrag.
Diesen geschichtsrevisionistischen Kräften ist durch Schaffung einer breiten Öffentlichkeit das Handwerk zu legen. Das ist nach Auffassung aller Freunde im AK Frieden und ein wichtiger Arbeitspunkt der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.
Vorstellung des Arbeitskreises und weitere Materialien
https://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2026/05/Sowj_Ehrenmal3.jpg17591668jnkhttps://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2025/08/0487x0631_1_Bunt_VVN-VdA-232x300-1.pngjnk2026-05-06 20:39:022026-05-18 11:25:17AK Frieden zum 81. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus
Aufgrund der eindringlichen Bitte und Aufforderung der Kameradin Ellen Händler auf der Landesdelegiertenkonferenz der Berliner VVN-BdA ziehen wir unsere Unterschrift unter den Aufruf „Kufiyah in Buchenwald“ zurück.
Wir halten an der berechtigten Forderung fest, dass das Tragen einer Kufiyah auch in KZ-Gedenkstätten erlaubt sein muss. Eine weitere Eskalation aber – auch gegenüber der Lagergemeinschaft – lenkt von den wirklichen Aufgaben der AntifaschistInnen ab, nicht zuletzt auch in der Solidarität mit dem palästinensischen Volk.
Wir greifen den Vorschlag der Kameradin Händler auf, unsere Anliegen vor dem Bundeskanzleramt und vor einschlägigen Ministerien zu vertreten, die sich bei der Netanyahu-Regierung mit Waffenlieferungen für die „Drecksarbeit“ bedanken. 1
Vorstand der VVN-VdA Berlin, 23.3.2026
1Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) macht am Rande des G7-Gipfels deutlich, dass Israel aus seiner Sicht derzeit „die Drecksarbeit“ für den ganzen Westen mache. Im Interview mit ZDFheute live sagt er über die Eskalation im Nahen Osten und Israels Vorgehen:
https://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2026/03/Buchenwald_Memorial-scaled.jpg19202560jnkhttps://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2025/08/0487x0631_1_Bunt_VVN-VdA-232x300-1.pngjnk2026-03-24 09:55:582026-03-24 09:58:49VdA-Vorstand zur Kampagne „Kufiyah in Buchenwald“
John Schehrs und seiner Genossen wurde diesmal am 7.2.2026 gedacht.
Der Schäferberg, die Stelle, an der die Genossen hinterrücks erschossen wurden, liegt sehr abseits der Großstadt und ist schlecht zu erreichen.
Trotzdem haben sich zahlreiche KameradInnen und GenossInnen eingefunden und das Bündnis um diesen Tag der Ehrung konnte erweitert werden: Zur VVN-VdA und der VVN-BdA Potsdam kam Die Linke Steglitz-Zehlendorf dazu. Monika Pilarski aus Potsdam sprach die Einführung, Brigitte Renkl von der VVN-VdA setzte sich in ihrem Vortrag u.a. mit der Gedenkkultur in Ost- und West-Deutschland auseinander, die Historikerin Dr. Almuth Püschel sprach für die VVN-BdA Potsdam. Ein sehr erfrischender Beitrag kam von der Co-Vorsitzenden der Partei Die Linke, Bettina Günter.
Die VVN-VdA, die aus geopolitischen und historischen Gründen für die Westberliner Bezirke zuständig ist, wird sich nun vermehrt um Steglitz-Zehlendorf bemühen, gemeinsam mit der Partei Die Linke.
Rede von Brigitte Renkl:
Der DDR wird von den vereinigten Historiker-Wessis vorgeworfen – im Zuge eines angeblich „staatlich verordneten Antifaschismus“ –, die im Kampf gegen den Hitler-Faschismus Gefallenen generell, die gefallenen Kommunistinnen und Kommunisten im Besonderen verklärt, heroisiert zu haben.
Man muss es daher immer wieder einmal festhalten: In der DDR jedenfalls sind keine NPD, keine Reps, keine DVU und keine AfD groß geworden, in der DDR sind keine Krupps, Flicks, Quandts wieder hochgekommen wie in Westdeutschland. Und während dort 1956 Kommunisten wieder illegal wurden und ehemalige KZ-Häftlinge, weil Kommunisten, wieder im Zuchthaus saßen, haben sie in der DDR Respekt und Anerkennung, Ansehen und Ehrung erfahren als diejenigen, die mit ihrem Leben dafür einstanden, dass die Welt mit der Bezeichnung „Deutscher“ nicht nur Mord, Folter, Massenvernichtung, Auschwitz verbindet.
Solche Menschen, solche Genossen und Kameraden ehren wir heute – und tun es schon seit 1954 als Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Schaut sie Euch an, die vier Genossen: John Schehr (Schlosser, geboren 1896 in Altona, EKKI), Eugen Schönhaar (Feinflaschner, geboren 1898 in Esslingen, IAH, KJI), Erich Steinfurth (Schlosser, Eisenbahner, geboren 1896 in Mittenwalde, Rote Hilfe) und Rudolf Schwarz (Schlosser, geboren 1904 in Berlin, RFB). Allesamt führende Genossen der KPD, alle aus der Arbeiterklasse stammend, Kollegen, die wussten, was harte Arbeit ist, wie Lohnknechtschaft schmeckt, in den Klassenkämpfen gegen Obrigkeit und Kapital gestählt, gewählt vom Volk in Reichstag und Landtage. Vergleicht sie mit solchen „Führern“ wie Joseph Goebbels, Prokuristen-Sohn, wie Hermann Göring, Sohn eines hohen Kolonialbeamten, Heinrich Himmler, Vater Oberstudiendirektor, oder dem „Gröfaz“, diesem streuenden Hund aus dem Spießbürgertum, wie die anderen drei unfähig zu irgendeiner anständigen Arbeit.
Während sich die späteren Nazi-Führer schon früh für Krieg und Militarismus entschieden, mussten unsere Genossen in den Ersten Weltkrieg ziehen. Im Feld stehend, entschieden sie sich für den Widerstand, traten der USPD bei, die sich 1917 von der SPD abgespalten hatte und der auch Spartakus mit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg beigetreten war.
Besonders gedenken wollen wir heute des Genossen John Schehr, der am 9. Februar vor 130 Jahren geboren wurde.
John Schehr war Schlosser und arbeitete im Hamburger Hafen, selbstverständlich gewerkschaftlich organisiert, mit 16 schon politisch bei der Arbeiterpartei SPD, während des Krieges in der USPD und seit dieser Zeit mit Ernst Thälmann verbunden. Sie sind für die Oktoberrevolution in Russland, für die Novemberrevolution in Deutschland, ohne schon an führender Stelle zu stehen. Sie halten es in der USPD aus, bis auch die Massen davon überzeugt sind, dass diese Partei den Weg des Verrats, der Kapitulation und des „dritten (Irr-)Weges“ geht. 1920 tritt unter Thälmanns und Schehrs Führung fast die ganze Hamburger USPD zur KPD über. Stichworte zu dieser Zeit: Aufstand in Berlin, Bayerische Räterepublik, bewaffnete Kämpfe in Mitteldeutschland, Kapp-Putsch und Rote Ruhrarmee. Es folgt eine Zeit der ansteigenden Inflation, der Massenverelendung. Doch die Genossen verlieren den Mut nicht.
Überliefert ist folgendes Ereignis: März 1921 in Hamburg. Die Polizei hatte wieder ein Massaker unter den Hamburger Arbeitern angerichtet, als vor einem Demonstrationszug von darüber aufgebrachten Werftarbeitern mit Thälmann und Schehr an der Spitze ein Panzerwagen der Polizei mit einem herumkrakeelenden Polizeioffizier vorfuhr. Thälmann: „Warum schreet de so, Jonny?“ Schehr zurück: „De het Angst!“ Thälmann lachend: „Genau!“
„Jonny“ stieg auf in der KPD zum ZK-Sekretär und Mitglied des Politbüros. Nach der Verhaftung Thälmanns am 3. März 1933 wurde er faktisch zum Vorsitzenden der Partei und damit zum Führer der ersten Phase des organisierten Widerstands gegen den deutschen Faschismus, wozu Thälmann auf der Ziegenhalser Tagung am 7. Februar aufgerufen hatte. Unter größten Schwierigkeiten – während alle bürgerlichen Parteien sich auflösten und die SPD-Führung sich nach Prag verabschiedete, während die verbliebenen SPD-Führer wie Paul Löbe den Vorstand von Juden säuberten und die Hitlersche Außenpolitik als „Friedenspolitik“ begrüßten – wurde unter Schehrs Leitung trotz brutalster Verfolgung ein illegaler Widerstand aufgebaut auf der Basis der Einheitsfront, die stets Schehrs besonderes Anliegen war.
Stefan Jagielka schreibt in den „Mitteilungen der KPF“: „Unter seiner Führung gelang es der KPD, unter großen Opfern die illegale Organisation in Deutschland zu stabilisieren, ohne dabei jedoch den Offensivgeist, der diese Generation prägte, zu verlieren. Dieser revolutionäre Optimismus in der Zeit des blutigen faschistischen Terrors wird heute von den ‚Spätgeborenen‘ oft belächelt. Damit legte aber die Partei den moralischen und organisatorischen Grundstein, auf dessen Basis die KPD in den Jahren der Hitler-Diktatur ihren Widerstand ununterbrochen fortsetzen konnte.“
Am 13. November 1933 wurde Schehr aufgrund von Verrat (durch Alfred Kattner) von der Gestapo verhaftet. Trotz bestialischer Folter hielt er stand. Überliefert ist seine Erklärung bei einem Verhör: „Ich erkläre, dass ich über die Tätigkeit der Organisationen der Kommunistischen Partei Deutschlands, über meine politische Arbeit, über die meiner Mitarbeiter keine Aussage zu machen habe. Mein Leben dient der Arbeiterklasse, dem Frieden, der Demokratie und dem Sozialismus. Ich bin und bleibe ein Feind des Faschismus.“ Von Parteien, die damals auf ganzer Linie versagten und ins Niemandsland verschwanden oder bei den Nazis unterkrochen, müssen sich die KPD und solche herausragenden Genossen wie Schehr nicht wegen angeblicher „Fehler“ belehren lassen. Wenn wir uns die Fragen ansehen, vor denen wir heute stehen, bekommt man vielleicht (bei aller Vorsicht mit historischen Vergleichen und Analogien) ein Verständnis dafür, wie schwierig das Herausfinden von richtigen Positionen ist.
Sollen wir heute, da der Aufstieg der AfD gefährliche Ausmaße annimmt, dazu schweigen, was die SPD-Führung und die bürgerlichen Parteien, was Ampel und Merz/Söder/Klingbeil anrichten und dadurch direkt den Faschisten in die Hände spielen, sollen wir mit einer SPD- und Gewerkschaftsführung, mit den Führungsgremien der Evangelischen Kirche eine Einheit gegen die Faschisten suchen, von Einheits- oder Volksfront gar nicht zu reden, obwohl sie der Aufrüstung, der Vaterlandsverteidigung das Wort reden?
Sollen wir heute in das Geschrei über Wladimir Putin, Russland und die VR China einstimmen, wissend, was die NATO, was die Imperialisten der USA und Deutschlands in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gegen diese Länder im Schilde führten und führen? Man muss Putin nicht lieben, aber man kann kein konsequenter Antifaschist sein, wenn man für die NATO, die Aufrüstung und die Militarisierung ist. Wissen wir nicht spätestens seit den direkten Verhandlungen Donald Trumps mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, dass der Krieg in der Ukraine ein Krieg ist, der Russland von den USA mit ihren NATO-Verbündeten aufgezwungen wurde?
Mögen unsere Nachgeborenen nachsichtig mit uns sein angesichts der vielen Schwierigkeiten, der Entscheidungen, die wir getroffen haben und der Fehler, die wir dabei begangen haben und noch begehen werden.
Am 1. Februar wurden unsere vier Genossen, zuletzt Häftlinge im ersten Berliner KZ Columbia-Haus, hinterrücks ermordet. „Auf der Flucht erschossen“, hieß es. Bürgerliche Historiker bringen die Ermordung als Vergeltung der Gestapo für das „Ausschalten“ des Verräters Kattner – angeblich durch die KPD – ins Spiel. Das soll die Totalitarismus-Fabel (rechts gleich links) bedienen und die Kämpfer gegen den Faschismus mit den Faschisten gleichsetzen. Gänzlich ausgeblendet wird, dass zur gleichen Zeit Verhandlungen zwischen der Sowjetunion und dem Hitler-Regime stattfanden über die Ausreise Georgi Dimitroffs, des Helden des Reichstagsbrandprozesses. Die Wut der Nazis über ihre Niederlage vor der ganzen Weltöffentlichkeit und damit die Rachegelüste waren immens. Dimitroff war mit Urteil vom 23. Dezember 1933 freigesprochen worden, wurde aber vom Nazi-Regime weiter in „Schutzhaft“ als Geisel gehalten. Schließlich konnte er im Februar 1934 als Staatsbürger der Sowjetunion das faschistische Deutschland verlassen.
Zum Schluss möchte ich zurückkommen auf den Anfang. Während die Mörder Ernst Thälmanns in Westdeutschland niemals bestraft wurden, wurde der Verantwortliche für die Ermordung von John Schehr und Genossen, der Sturmbannführer Bruno Sattler, 1947 in Berlin gefasst (übrigens unter Mitwirkung von Erich Mielke) und 1952 zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Er starb 1972 in einem Leipziger Gefängnis.
Und schließlich zu unseren Helden – und was Helden ausmacht – ein Zitat von Georgi W. Plechanow, einem der Begründer der Arbeiterbewegung in Russland: „Der große Mann (und natürlich die große Frau) ist eben ein Beginner, denn er blickt weiter als die anderen und sein Wollen ist stärker als bei anderen. Er weist die neuen gesellschaftlichen Bedürfnisse auf, die durch die vorhergegangene Entwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse erzeugt worden sind; er ergreift die Initiative zur Befriedigung dieser Bedürfnisse.
Er ist ein Held. Held nicht in dem Sinne etwa, dass er den natürlichen Gang der Dinge aufhalten oder ändern könnte, sondern in dem Sinne, dass seine Tätigkeit der bewusste und freie Ausdruck dieses notwendigen und unbewussten Ganges ist. Darin liegt seine ganze Bedeutung, darin seine ganze Kraft. Das ist aber eine gewaltige Bedeutung, eine ungeheure Kraft.“
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Eine Teilnahme mit Fahnen der VVN-BdA an der Demonstration in Leipzig am 17.01.2026 wird KameradInnen der VVN zum Vorwurf gemacht.
Wir, der Vorstand der VVN-VdA (ehemals Westberlin) danken den KameradIinnen ausdrücklich für ihre Teilnahme an dieser Aktion zur pro-palästinensischen Solidarität.
Propalästinensische Solidarität ist von Seiten des deutschen Staates zunehmend diskriminiert. Zunehmend will der Apparat des Nachfolgestaats des 3. Reiches wieder bestimmen, wer ein „guter“ Jude und was Antisemitismus ist. Die Verbotsandrohung gegen die „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ spricht Bände. Deutsche Staatsräson steht in gewohnter Nibelungentreue hinter dem Unrecht, der Zerstörung und dem Morden, wie sie derzeit von der Netanjahu-Regierung mit Unterstützung der Imperialisten aus USA, UK, Frankreich, Italien und eben auch der BRD betrieben werden.
Die Demonstration in Leipzig-Connewitz hat sich gegen die Solidarisierung mit der Netanjahu – Regierung und den in ihr vertretenen Faschisten und Chauvinisten gerichtet und auch gegen das gewalttätige Vorgehen gegen propalästinensische Migranten. Eine solche Solidarisierung mit der Netanjahu-Regierung und diesem Vorgehen gegen Migranten ist eine Schande und auch eine Verneigung vor den nach Militarisierung, Aufrüstung, Expansion strebenden Kräften hierzulande. Und es ist auch Förderung des von den Faschisten geschürten Rassismus und Fremdenhasses. Wir erinnern an die bis zu ihrem Tod Ehrenvorsitzenden der VVN-BdA Esther Bejarano und Kurt Goldstein, die entschiedene Antifaschisten und Antizionisten waren. Wir erinnern an die von ihnen mitinitiierte „Berliner Erklärung Schalom 5767“:
„Das Grundübel ist die seit 1967 andauernde israelische Besetzung palästinensischen Gebiets. Die Besetzung bedeutet Entwürdigung und Entrechtung der Palästinenser. Sie lähmt ihr wirtschaftliches, politisches und soziales Leben. Darüber hinaus verhindert dieses täglich neu erlebte Unrecht einen friedlichen Ausgleich des alten Unrechts, das den Palästinensern mit der Vertreibung von 1948 angetan wurde. All dies treibt die Spirale der Gewalt an. Es ist an der Zeit, diese Spirale zu durchbrechen und einer dauerhaften Friedenslösung den Weg zu bereiten, die
– dem palästinensischen Volk ein selbstbestimmtes Leben in Würde ermöglicht,
– beiden Nationen die Existenz in international anerkannten Grenzen sichert,
– die gesamte Region befriedet und dadurch die ganze Erde friedlicher und sicherer werden lässt.“
Berlin, 20.2.2026
Vorstand der VVN-VdA
Berliner Erklärung „Schalom 5767“ im Wortlaut: Blätter für deutsche und internationale Politik 2/2007, S.250-252
https://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2026/02/Connewitz03b.gif426675jnkhttps://vvn-vda.de/wp-content/uploads/2025/08/0487x0631_1_Bunt_VVN-VdA-232x300-1.pngjnk2026-02-20 14:00:152026-03-07 17:42:39Erklärung des Vorstands der VVN-VdA
Vor 95 Jahren wurde am 1.2.1931 der Jungkommunist und Aktivist in der ‚Roten Jungfront‘ des illegalisierten Rotfrontkämpferbundes, Otto Grüneberg von Mitgliedern des SA-Sturm 33 (Maikowski) vor seiner Wohnung in der Schlossstraße (im Volksmund wurde dieses damalige rote Arbeiterviertel auch mit Hochachtung „Kleiner Wedding“ genannt) in Charlottenburg erschossen. Er war nicht der erste Tote im antifaschistischen Kampf in Charlottenburg. Mehr als 10.000 Menschen begleiteten seinen Sarg (und den von Max Schirmer, KPD) zum Friedhof Friedrichsfelde.
Aus diesem Anlass hielten etwa 70 Anwesende deutlich mehr als eine Stunde aus bei eisiger Kälte und kämpferischen Reden von insgesamt 8 Rednerinnen und Rednern. (Uwe Bröckl, Vorstand VVN-VdA Berlin; Enrico Brehm, Bezirksvorstand Die Linke; Christoph Wapler, MdA Die Grünen; Olivia Schmitt, DKP; Uwe Hiksch, stv. Landesvorsitzender Die NaturFreunde; Timur Saric, SPD-Bezirksverordneter; Flip, FaJOC; Max Renkl, Freundeskreis Ernst Thälmann). Musikalisch begleitet wurde die antifaschistische Veranstaltung des Bündnisses unter Federführung der Westberliner VVN-VdA von den VORWÄRTS Liederfreunden mit kämpferischen Liedern der Arbeiterbewegung.
Inhaltliche Schwerpunkte der Reden waren die Forderungen nach einem Verbot der AfD, Kampf gegen staatliche Repressionen und den geplanten Um- und Abbau des Sozialstaats, sowie gegen den weiteren Ausbau des staatlichen Repressionsapparates. Ganz wichtig seien alle Aktionen gegen die geplante und schon begonnene Wehrertüchtigung und Kriegsmobilisierung und gegen die irrsinnigen Rüstungsausgaben zu Lasten des Sozialen. Alle jungen Männer wurden aufgefordert, den Wehrdienst zu verweigern.
Der Abschlussredner vom Freundeskreis Ernst Thälmann, Max Renkl, forderte dringend dazu auf, im Kampf gegen die Rechtsentwicklung von Gesellschaft und Staat Trennendes beiseite zu schieben und als Antifaschistinnen und Antifaschisten gegen die reaktionäre Entwicklung in Deutschland zusammenzuarbeiten. Mit dem recht neuen, von Vielen dank ausgeteilter Liedertexte textsicher mitgesungenen Songs „Wir sind das Bollwerk gegen Nazis“ klang die Veranstaltung aus.
Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,
wir stehen heute hier, um Otto Grünebergs zu gedenken – eines jungen Kommunisten, der sein Leben im Kampf gegen den Faschismus ließ. Mit nur 22 Jahren wurde er am 1. Februar 1931 vor seiner Haustür von SA-Männern überfallen und erschossen. Er hatte sich gewehrt, er hatte Zeugenschaft gegen Faschisten übernommen, er hatte seinen Kiez verteidigt – und er wurde ermordet.
Seine Mörder kamen mit lächerlichen Strafen davon. Einer wurde freigesprochen, die anderen nach wenigen Monaten entlassen. Zehn Monate Haft für ein ausgelöschtes Leben. Zehn Monate, die vorwegnahmen, was kommen sollte: die Herrschaft des Hitler-Faschismus, der millionenfache Mord.
Aber wir sind nicht nur hier, um zu erinnern. Wir sind hier, weil Ottos Kampf nicht vorbei ist. Weil das, wofür er starb, heute wieder aktuell ist – und weil wir eine Wahl haben: schweigen oder kämpfen.
Vor kurzem, am 5. Dezember, gingen 55.000 Menschen in über 70 Städten auf die Straße. Sie sagten Nein zur Aufrüstung, Nein zur Wehrpflicht. Zehntausende Schülerinnen und Schüler bestreikten ihren Unterricht, unter Androhung von Verweisen, unter Polizeiaufgebot. Sie ließen sich nicht beirren. Ihre Botschaft war klar: Wir geben unser Leben nicht für ihre Kriege.
Was damals Otto widerfuhr – Einschüchterung, Gewalt, staatliche Repression –, erleben heute junge Menschen wieder. Wer sich weigert, wer Nein sagt zur Militarisierung, wird sanktioniert. Wer für den Frieden streikt, riskiert Verweise. Währenddessen werben Soldaten in Klassenzimmern, normalisiert sich die Rhetorik der „Kriegstüchtigkeit“. Das ist kein Zufall. Das ist System.
Schon Karl Liebknecht sagte vor über hundert Jahren: „Die Schule ist in ihrem Gesamtcharakter ein politisches Propagandamittel für den Krieg, ein Hilfsinstrument der Kriegswirtschaft, ein Werkzeug der Kriegsfinanzen. Sie ist ein besonderes Mittel zur Erziehung für den Krieg!“
Was damals galt, gilt heute wieder. Schulen sollen keine Orte freien Denkens sein, sondern Orte der Anpassung. Sie sollen junge Menschen früh auf Gehorsam trimmen, auf Opferbereitschaft, auf nationale Interessen. Die Seelen der Jugend, wie Liebknecht sagte, werden eingefangen, zugunsten des Kapitalismus, zugunsten des Militarismus.
Otto Grüneberg hat das nicht einfach hingenommen. Er hat sich organisiert , im Roten Frontkämpferbund, im Häuserschutz, er hat Nachbarn verteidigt. Er wich keinen Zentimeter. Er wusste: Wer den Faschismus bekämpfen will, muss ihn beim Namen nennen und muss sich wehren.
Heute erleben wir wieder faschistische Tendenzen: reaktionären Staatsumbau, bewaffnete Rechtsradikale, Hetze gegen Migrantinnen und Migranten, Abschiebegesetze, die Menschen ins Elend stoßen, und natürlich die Militarisierung der ganzen Gesellschaft. „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“: das darf keine Floskel bleiben. Das muss unsere politische Praxis werden.
Doch ich sehe auch Hoffnung. Hoffnung in der Jugend, die aufsteht. Hoffnung in denen, die wie Otto nicht schweigen. Die sich weigern, Kanonenfutter zu werden. Die verstehen, dass Kriege nicht aus Missverständnissen entstehen, sondern aus einem System, das Profite über Menschen stellt.
Rosa Luxemburg schrieb: „Die Massen sind das entscheidende Element, sie sind der Fels, auf dem der endgültige Sieg der Revolution gebaut wird.“ Und Karl Liebknecht rief: „Ich sage Ihnen: Selbst die geistige Befreiung der Arbeiterklasse, ihre Befreiung von den Fesseln geistiger Unterdrückung, kann nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein. Und es ist unsere Aufgabe, der Arbeiterklasse aller Länder auch bei dieser Gelegenheit zuzurufen: „An die Arbeit!“
Also: Tun wir was wir unseren Genossen versprochen haben und gehen an die Arbeit! Lasst uns die Schulstreiks unterstützen. Lasst uns auf die Straße gehen gegen die Militarisierung. Lasst uns in den Betrieben, in den Schulen, in den Nachbarschaften Widerstand organisieren. Nicht nur gegen die Wehrpflicht – gegen das ganze System, das den nächsten großen Krieg vorbereitet.
Otto Grüneberg hat sein Leben gegeben. Er hat nie heiraten können, nie Kinder haben, nie reisen, nie einfach nur lachen. All das wurde ihm genommen. Aber sein Kampf geht weiter – in uns.
Wir schwören dir, Otto: Wir werden dein Erbe tragen. Wir werden kämpfen – für dich, für alle Gefallenen, für eine Welt ohne Faschismus, ohne Krieg, ohne Ausbeutung. Wir werden nicht zulassen, dass dein Tod umsonst war.
Der Sozialismus wird siegen – weil wir ihn erkämpfen.
Heraus zum nächsten Schulstreik! Heraus auf die Straße! Kein Fußbreit den Kriegstreibern!
Otto Grüneberg, lebendig in unserem Kampf!
Rede von Max Renkl (Vorsitzender des Freundeskreises „Ernst Thälmann“ Ziegenhals-Berlin)
Danke für die Möglichkeit hier sprechen zu dürfen. Mein Name ist Max Renkl, ich bin Vorsitzender des Freundeskreises „Ernst Thälmann“ Ziegenhals Berlin.
Es freut uns sehr, dass wir heute hier gemeinsam dem jungen Arbeiter und Kommunisten Otto Grüneberg gedenken. Gemeinsam, das heißt über ideologische und weltanschauliche Grenzen, über Partei- und Organisationsgrenzen hinaus, gedenken wir hier als Antifaschistinnen und Antifaschisten einem der unsrigen, der von den braunen Schläger- und Mörderbanden ermordet wurde. Wir gedenken dem kommunistischen Arbeiterwiderstand – nicht gerade üblich in West-Deutschland und West-Berlin. Bei der Gründung der Bundesrepublik Deutschland stand der Antikommunismus Pate. Ich muss hier nicht die personelle Kontinuität zwischen Nazi-Deutschland und der BRD in Parteien, Bundestag, in Medien, Justiz, Polizei, Militär einzeln aufzählen. Ehemalige NSDAP-Mitglieder bauten die junge BRD mit auf, schrieben ihre Gesetze, prägten ihre Institutionen. In einem solchen Deutschland war kein Platz für ein ehrendes Gedenken an Kommunisten oder Sozialdemokraten, da war kein Platz für Denkmäler, die dem opferreichen Arbeiterwiderstand gegen das Hitlerregime in Deutschland gewidmet waren. In einem solchen Deutschland wurde die KPD 1956 verboten und SPD-Politiker als „Handlanger Moskaus“ öffentlich diffamiert. In diesem Deutschland dauerte es bis in die 80er Jahre hinein, bis jemand wie von Stauffenberg überhaupt geehrt wurde. Bis dahin galt der Hitler-Attentäter als Vaterlandsverräter und Deserteur.
Wie ehren heute hier Otto Grüneberg, einen jungen Kommunisten, einen Arbeiter – nicht zum Selbstzweck. Dieses Gedenken muss zur Tat werden, indem wir verstehen, dass wir als Antifaschistinnen und Antifaschisten – unabhängig von Weltanschauung und Partei- und Organisationsmitgliedschaft – zusammenstehen müssen. Die Nazis machen zwischen uns Antifaschisten keinen Unterschied. Wann beginnen wir eigentlich ernsthafte Schritte aufeinander zu? Wir müssen keine Freunde fürs Leben werden, wir müssen nicht mit allem einverstanden sein, was jemand aus einer anderen Partei oder Gruppe sagt. Aber wir müssen es meines Erachtens verstehen, dass es niemand anderes gibt als uns Antifaschistinnen und Antifaschisten und: Das wir es jeweils alleine nicht schaffen.
Wenn wir nicht wollen, dass es abermals die Nazis sind, die uns auf Friedhöfen, in ihren Lagern und Folterkellern „vereinigen“, dann müssen wir uns – allen Unterschieden zum Trotz – gegen den aufkommenden Faschismus zusammenschließen. Die größte Ehre würden wir dem vor 95 Jahren ermordeten Otto Grüneberg erweisen, indem wir uns als eine antifaschistische Front begreifen, die zusammenstehen und handeln muss. Kein Vergeben, kein Vergessen. Tod dem Faschismus!