Klaus Gietinger stellt seinen neuesten Roman „Tote auf Urlaub – Berlin 1919“ vor.
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden am 15. Januar 1919 von reaktionären Militärs erschlagen und erschossen. Zunächst wird verbreitet, die beiden seien erzürnten Bürgern zum Opfer gefallen. Gietingers Roman taucht ein ins unruhige Berlin des Jahres 1919, kurz nach der Novemberrevolution, die das Ende des Kaiserreichs brachte. Obwohl die Militärjustiz selbst im Auftrag der SPD-Regierung den Doppelmord behandelt – und vertuscht, finden die kriminalistischen Ermittler eine heiße Spur nach ganz oben.
Klaus Gietinger ist mit seinem nunmehr sechsten Buch zur Novemberrevolution und ihren Folgen ein ausgemachter Spezialist der Ereignisse der deutschen Revolution 1918 bis 1920. Seine Kenntnisse bezieht er u.a. aus intensiver Archivrecherche, und so sind in den Roman über die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts neue belegbare Erkenntnisse eingeflossen – erfunden sind nur die ermittelnden Kriminalisten.
Leo Jogiches kam mit seinen Recherchen der Wahrheit sehr nahe, worauf er ermordet wurde. Die Ermittlungen während der Weimarer Republik haben wenig Beweisbares erbracht, und Paul Levi beschäftigte sich mit der Suche nach den Verantwortlichen bis zu seinem mysteriösen Tod 1930. Endgültig konnte der Fall erst in den 60er Jahren nach Aktenfunden von Heinrich Hannover, Elisabeth Hannover-Drück und Dieter Ertel sowie dem Geständnis des Haupttäters, und Gietingers Recherchen in den 90ern aufgeklärt werden.

