Liebe Freunde,
mittlerweile protestieren nicht mehr nur die deutschen, sondern auch die französischen Schüler: am 6. Oktober sogar mehr als eine halbe Million!
Und seit Samstag, dem 17. Oktober gilt nunmehr die nationale, französische Schülerinsurrektion, welche sich mit der Studentenbewegung und den Gelbwesten sowie der Intersyndicale verband, als wegweisend unter den bewussten politischen Akteuren Europas.
Bereits am 9. Oktober, also bloß zwei Tage nach der ersten großen Erhebung der Schüler in der Französischen Republik, demonstrierten auch in Berlin 200 Schüler des französischen Gymnasiums, die die Zugänge zu ihrer Bildungseinrichtung mit Mülltonnen verbarrikadierten und anschließend zum Pariser Platz marschierten, „liberté, égalité, solidarité“ skandierend, während sie vor der Botschaft Frankreichs ebenso Macron wie Merz kritisierten (zit. nach Valentin Zill in UZ v. 16.10.26).
Am 10. November um 18 Uhr wollen wir im Kieztreff Wedding (Stralsunder Str. 6, U 8 Bernauer Str.) über die entstehenden, nationalen Bewegungen von Paris über Brüssel sowie Berlin und Mailand bis Portugal und Albanien sprechen.
Vor diesem Hintergrund sei erinnert, dass am 21. Oktober 1792 die Revolutionstruppen die Festungsstadt Mainz am Rhein erreichten.
Und am 22. Oktober bildete sich die Gesellschaft der Freunde der Freiheit und Gleichheit, das heißt wenige Wochen nach der Ausrufung der ersten Französischen Republik von September 1792.
Der Freidenker, Naturforscher, Journalist, Essayist und Reiseschriftsteller Georg Forster war Mitbegründer dieser revolutionären, egalitären Gesellschaft in Mainz und wurde später zu ihrem Präsidenten gewählt.
1772 bis 1775 hatte er mit James Cook an dessen berühmter Weltumsegelung teilgenommen.
Doch warum ist Cook bekannter als Forster, sogar hierzulande?
Unseres Erachtens ist es an der Zeit, an den preußischen Freidenker Forster, der durch seinen Weltreisebericht Mitte der 1770er Jahre bekannt und im Rheinland praktisch für die Ideale der Aufklärung tätig wurde, zu erinnern. Er verband das Denken der Französischen Revolution mit pragmatischem Engagement für wahre, politische wie allgemeinmenschliche Freiheit. Forster vertrat ein humanistisches Menschenbild, das die Einheit und Gleichheit der Menschheit betonte und zugleich die Achtung fremder Kulturen als integrale, interkulturelle Aufgabe jeder politischen Emanzipation hervorhob.
Wir freuen uns auf den gemeinsamen Gedankenaustausch im November.
Herzliche Grüße
Euer Landesvorstand Freidenker Berlin

