In Deutschland zeichnet sich eine deutliche Remilitarisierung ab: Groß angelegte Bundeswehr-Kampagnen, Milliardeninvestitionen in die Rüstung und der geopolitische Führungsanspruch der „Zeitenwende“ prägen das politische Geschehen. Es stellt sich jedoch die Frage, wie diese Entwicklung historisch zu bewerten ist und welche ökonomischen wie politischen Interessen im Hintergrund wirken. Welchen Kurs schlägt Deutschland damit als Akteur in NATO, EU und weltweiten Kriegen ein?
Der AK Antimilitarismus stellt einen Sammelband vor, in welchem Beiträge von 19 Autorinnen und Autoren auf 200 Seiten enthalten sind. In vier Abschnitten wird die historische Entwicklung der Bundeswehr nachgezeichnet: von ihrer Gründung im Kalten Krieg als Teil der westlichen Bündnisintegration über die ersten Auslandseinsätze bis hin zur heutigen Ausrichtung auf „Kriegstüchtigkeit“ im Rahmen der Politik der „Zeitenwende“. Zudem werden ihre innere Struktur sowie ihre Bedeutung für die deutsche Machtpolitik beleuchtet.
Zu Gast sind Daniel Frede und Jakob Reimann vom Arbeitskreis Antimilitarismus.
Die Schwerpunkte des Gesprächs:
- Die Rolle der Bundeswehr im Inneren und der Einfluss der Rüstungsbranche (inklusive neuer Start-ups)
- Strategien zur Rekrutierung junger Menschen und die Nutzung politischer Feindbilder
- Zukünftige Handlungsspielräume und Perspektiven für die antimilitaristische Arbeit
- Und nicht zu vergessen – unser Widerstand!
Der Band schließt mit einer Übersicht über antimilitaristische Mobilisierungen. Vom breiten gesellschaftlichen Widerstand gegen die Wiederbewaünung in den 1950er Jahren, über die großen Protestbewegungen gegen die Notstandsgesetzgebung Ende der 1960er Jahre bis hin zu antimilitaristischen Kampagnen der letzten Jahre. Hierbei wird deutlich, dass die antimilitaristische Bewegung sich über die Jahre von einer von großen Teilen der Gesellschaft getragenen Massenbewegung zu deutlich kleineren aktivistischen Kernen gewandelt hat. Einer Bewegung gegen Krieg und Militarisierung in Deutschland neue Impulse zu verleihen, gerade vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen, ist der erklärte Anspruch der Autor:innen dieses Bandes. Dies ist ihnen mit dieser niedrigschwelligen und übersichtlichen Textsammlung gelungen. Jeder behandelte Aspekt lädt zu einer tiefergreifenden Beschäftigung ein. Wissen auf diese Weise zugänglich zu machen, ist ein wichtiger Teil zum Aufbau einer breiten antimilitaristischen Bewegung, für die gilt:
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
Spandauer Bündnis gegen Rechts, VVN/VdA-Regionalgruppe Spandau und Antifaschistisches Bündnis Spandau

