Redebeitrag der VVN-VdA zum 8. Mai 2026

Redebeitrag der VVN-VdA Berlin zum 8. Mai 2026 – 81. Jahrestag der Befreiung
vom deutschen Faschismus – am Sowjetischen Ehrenmal in Tiergarten

Vielen Dank für die Einladung, hier sprechen zu dürfen.

Der heutige Tag, der 8. Mai, muss nach jedem menschlichen und historischen Ermessen im Zeichen der Freude und Dankbarkeit gegenüber den Befreiern stehen. Allen voran gilt unser Dank der Sowjetunion, die mit 27 Millionen Toten den größten Blutzoll geleistet hat. Dank der Roten Armee, Dank und Ehre den gefallenen Sowjetsoldaten, die auch Berlin befreit haben.

Die VVN wurde 1947 als überparteilicher und überkonfessioneller Verband gegründet aus der noch frischen Erfahrung, dass Faschismus und Weltkrieg möglich wurden, weil die deutsche Arbeiterbewegung und die DemokratInnen sich spalten ließen.

Wir als VVN sind dem Schwur von Buchenwald verpflichtet: “Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.” Daraus ergibt sich unser Engagement gegen Faschismus, Militarisierung und Krieg, gerade auch heute.

Der genannte Schwur ist nur im Osten Deutschlands – mit der Sowjetarmee – umgesetzt worden, indem die Enteignung von Kriegsverbrechern und von Banken und Firmen, die am Krieg verdient hatten, durchgesetzt wurde. Das entsprach den Bestimmungen des Potsdamer Abkommens. Aber wie auch heute haben die westlichen Alliierten das Völkerrecht auch damals schon nur dann umgesetzt, wenn es für ihre Interessen von Nutzen war. Mit der gesellschaftlichen Rückwende 1989/90 wurden in ganz Osteuropa die Machtverhältnisse zugunsten der reaktionären Kräfte verschoben, mit der Osterweiterung der NATO und dem wirtschaftsimperialistischen Bestrebungen der EU.

Seit einigen Jahren erleben wir, dass die Interessen des Kapitals immer mehr mit Krieg und Gewalt durchgesetzt werden.

Der deutsche Militarismus erlebt eine Hochkonjunktur, befördert durch die Politik der Regierungsparteien der letzten Jahrzehnte. Diese geht einher mit massivem Sozialabbau und der Entstehung einer neuen rechtsextremen Kraft, der AfD. Dieser Politik gilt unser Widerstand. Eine ausschließliche Konzentration auf die AfD ist dabei nicht ausreichend und wird nicht dazu führen, die gesellschaftlichen Verhältnisse umfassend zu verändern und zu der im Schwur von Buchenwald genannten neuen Welt des Friedens und der Freiheit zu führen.

NATO raus aus den Ländern des ehemaligen Warschauer Vertrags, EU raus aus diesen Ländern, heißt auch Schluss mit der Aufrüstung und Militarisierung Deutschlands! Stop dem Sozialabbau!

Als Begleitmusik zu dem Ganzen wird die Umwidmung oder Beseitigung der sowjetischen Ehrenmale in der BRD betrieben. Solches Handeln widerspricht ebenfalls den entsprechenden Bestimmungen im 2+4-Vertrag. Schaffen wir öffentlichen Druck dagegen, um dem Geschichtsrevisionismus ein Ende zu setzen! Das gebietet das Andenken an die, die uns vom Faschismus befreit haben.

Wir als VVN-VdA stehen heute gegen die deutsche Beteiligung am Krieg in der Ukraine und in Israel / Palästina, keine Waffen für Kiew und die Kriegsverbrechen in Gaza, gegen die massive deutsche Aufrüstung; wir stehen dafür, den Frieden zu gewinnen, nicht den Krieg — für Frieden mit Russland und China, gegen die Vernichtung von Gaza und seiner Bevölkerung, gegen den Abbau des Völkerrechts und seinen Ersatz durch das Recht des Stärkeren. In diesem Sinn richten wir von hier auch einen Gruß voller Solidarität an das bedrohte Cuba. Hoch die internationale Solidarität! Frieden und Freundschaft mit Russland heißt auch Anerkennung der Sowjetunion und ihres heldenhaften Einsatzes bei der Niederschlagung des Hitlerfaschismus und der Befreiung Deutschlands.

Und wir stehen heute ebenso gegen Rassismus, gegen anti-migrantische Hetze, gegen die AfD als Speerspitze einer Wende zum Faschismus — für Völkerverständigung und Demokratie.

Wir begeben uns jedenfalls nicht auf den Weg zum staatlich anerkannten Duckmäuser. Wir springen nicht über diese Stöckchen, die da heißen „Aggressor Putin“ und „Die Kriegsgefahr geht von Russland aus“ sowie „Netanjahu muss alles dürfen – sonst ist es Antisemitismus“. Verneigung vor diesen Geßler-Hüten ist heute ja geradezu schon Pflicht, sonst: keine Räume, keine Zuschüsse, keine Ämter und Posten, gesellschaftliche Ächtung samt Internet-Pranger bis hin zur Verweigerung eines Bankkontos und zum Berufsverbot. Jetzt bestimmen die Parteifreunde von Hans Maria Globke, dem Mit-Verfasser und Kommentator der Nürnberger Rassegesetze, dann unter Adenauer Chef des Bundeskanzleramts, darüber, wer „guter“ Jude und was „antisemitisch“ ist, bestimmen darüber, ob man die „Jüdische
Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ verbietet. Und die Deutsche Bank, heute Eigentümer der Postbank, unter der Führung von Josef Abs Groß- und Hauptfinancier des Mordens der Faschisten, bestimmt, wer ein Konto haben darf und wer ihnen politisch nicht genehm ist. Nur so nebenbei: wen wundert es, Josef Abs war nach dem Krieg bald wieder in Amt und Würden bei der Deutschen Bank.

Liebe Freunde, Kameraden, Genossinnen und Genossen, so klein und schwach die organisierte Gegenwehr in unserem Land derzeit noch sein mag, der politische Gegner in Regierung und Kapital erkennt unser Potenzial offensichtlich besser als wir selbst. Deswegen fahren sie so schweres Geschütz gegen alle auf, die noch links, kommunistisch und ehrlich sozialistisch, die noch fortschrittlich, noch humanistisch sind oder es werden wollen.

Also haben wir Mut zu kämpfen! In diesem Sinn: Wir werden siegen!!