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Podiumsdiskussion: Solidarität mit Daniela Klette

Juli 12 @ 18:00

Mit Karl Heinz Dellwo, Ralf Reinders (angefragt), Sebastian Lotzer – anschließend Soliparty

“Eine Linke, die es ernst meint mit ihrer Kritik an der Geschichte des bewaffneten Antagonismus in diesem Lande, müsste also ihre vordringlichste Aufgabe darin sehen, erstens die gegenwärtige Hatz und Eskalation durch die staatliche Seite zu denunzieren und zweitens ein Interesse daran haben, eine politische Situation zu schaffen, in der Menschen nicht für Taten verfolgt werden die über 30 Jahre her sind und die somit überhaupt in die Lage versetzt werden würden, die politische und menschliche Verantwortung für diesen geschichtlichen Abschnitt zu übernehmen.”

Sebastian Lotzer: Menschenjäger, Schreibtischtäter (März 2024)

Über 30 Jahre, nachdem die Rote Armee Fraktion “die bewaffnete Eskalation zurückgenommen hat”, ein Vierteljahrhundert, nachdem sich die RAF schließlich für aufgelöst erklärt hat, zogen erneut schwerbewaffnete SEK Einheiten durch Berlin, mit Schnellfeuerwaffen im Anschlag wurden nach der Festnahme von Daniela Klette Wagenplätze und Ferienwohnungen gestürmt um nach der Festnahme der Genossin auch Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub habhaft zu werden. Begleitet von einer medialen Hysterie kehrte der Ausnahmezustand in die Bundeshauptstadt zurück.

Bis auf wenige Wortmeldungen und einer abendlichen Solidaritätsdemonstration in Kreuzberg blieben große Teile der radikalen Linken stumm in Wort und Tat. Deshalb und nicht nur deshalb gilt es den Versuch zu wagen, diesen bedeutenden Abschnitt der Geschichte des gesellschaftlichen Antagonismus politisch zu verteidigen und (selbst)kritisch zu reflektieren.

Wir haben deshalb Menschen eingeladen, die in der Vergangenheit in den verschiedenen bewaffneten Ansätzen RAF und Bewegung 2. Juni gekämpft haben, bzw. aus der Verbundenheit von Teilen der Autonomen mit diesen Kämpfen stammen. Wir tun dies im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‘Gezeiten der Aufstände’, die von April bis Juli 2024 an verschiedenen Orten in Berlin stattfindet und die den Versuch unternimmt, einen Bogen zu schlagen von den Revolten der französischen Banlieues über eine aktuelle marxistische Analyse des “Kapitalismus im Zeitalter der Katastrophe” bis hin zu dem neuen “grünen Akkumulationsregime” und dem neonihilistischen “Blessed is the Flame”.

Unsere Solidarität, Liebe und Verbundenheit gilt allen Segmenten des weltweiten Überflüssigen-Proletariats, das zu einem neuen historischen “Sturm auf den Himmel” ansetzt ebenso wie all den Menschen, die aufgrund der geschichtlichen Notwendigkeit, sich in jeder Form der Praxis der konkreten faschistischen Formierung in Europa zu widersetzen im Knast sitzen oder gezwungen waren, unterzutauchen. Sie gilt ebenso allen Genossen und Genossinnen, die seit Jahrzehnten von Zielfahndungskommandos des Repressionsapparates gejagt werden, sei es weil sie in der RAF oder in autonomen Zusammenhängen aktiv waren, wie Thomas Walter und Peter Krauth, die seit 1995 wegen eines gescheiterten Anschlags auf den Neubau eines Abschiebeknastes in Berlin gesucht werden.

Abschlussveranstaltung der Reihe ‘Gezeiten der Aufstände’.

Jockel Biergarten

Ratiborstraße 14c
Berlin, 10999
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